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5. Wiesbader Fototage 2007
„Gute Fotos stellen mehr Fragen, als sie beantworten.“ Dies war die Leitlinie für die Jury der
Wiesbadener Fototage 2007.
Ca. 70 Fotoserien und Fotoessays zum Thema „Ego- Positionen zum Ich“, hat sie aus über 400 Einsendungen aus ganz Europa, den USA und Kanada ausgewählt. Vom 15. September bis
7.Oktober 2007 werden diese Arbeiten an über 20 Ausstellungsorten in der Stadt gezeigt.
Begleitet werden die Ausstellungen von einem umfangreichen Katalog.
Wie kann das Bildmedium Fotografie überhaupt Antworten auf die so widersprüchlichen und
komplexen Fragen geben, die der Begriff des Ego, des Ichs aufwirft? So viel ist sicher und von den
Exponaten der Wiesbadener Fototage eindrucksvoll belegt: eindeutig, wissenschaftlich gesichert
oder philosophisch umfassend sind die fotografischen Antworten selten; dafür jedoch immer
wieder überraschend, anregend und manchmal auch verstörend. Die Vielzahl der Aspekte
zeitgenössischer Identität zwischen Bedingungen urbanen Lebens und Selbst-Inszenierung, der
Autobiographie und der Biographie, der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und dem
spielerischen Umgang mit der Maske, den Taktiken der Verschleierung und dem Wagnis der
Entblößung die Antworten der Fotografie sind so vielfältig wie die Herangehensweisen der
Künstler, die sich ihrer bedienen oder sich ihr unterwerfen. Dabei ist die fotografische Sicht auf das
Ich häufig nicht nur ungewöhnlich, sondern oft auch ein neuer Blick auf das zutiefst Vertraute, das den Betrachter mit der Frage nach dem eigenen Ich konfrontiert.
Fotografengesprächen und Workshops mit den teilnehmenden Fotografen ergänzen das Programm
der Fototage und lassen eine Auseinandersetzung mit den Werken der Ausstellung im Dialog zu.
Weiterer Programmpunkt ist ein Seminar zum Urheberrecht. Beteiligt ist auch das Caligari Kino, das
eine Filmreihe zu Fotografie im Film zeigt. Die Fototage zeigen die Filmdokumentation: „MAGNUM Photos-ein Mythos ändert sich" von Reiner Holzemer. An zwei weiteren Filmabenden werden acht Kurzfilmen gezeigt - aus der Filmreihe VIVA FOTOFILM deren Filmbeiträge, Schnittstellen bilden, zwischen Fotografie und Film.
Zum fünften Mal finden die Fototage Wiesbaden seit ihrer Gründung im Jahre 2002 statt. Die Zahl
der Ausstellungsorte ist so groß wie nie zuvor. Neben 20 Galerien, werden auch die Ringkirche,
das Frauenmuseum, das Aktive Museum Spiegelgasse und die R+V Versicherung zu Schauplätzen
zeitgenössischer Fotokunst. Dazu zeigt das Stadtmuseum zum zwanzigjährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Wiesbadens mit dem polnischen Wroclaw unter dem Titel „Breslau Connection“ die Arbeiten von ca. zehn Bildkünstlern, fünf Fotografen sind in weiteren Galerien platziert.
Diese Vielzahl von Ausstellungsorten, die in der ganzen Stadt verstreut sind, könnte es erschweren,
die Fototage als Gesamtheit wahrzunehmen wäre da nicht die Buslinie 1, die alle diese Orte
verbindet. Während der Fototage wird zusätzlich zum regulären Betrieb der Buslinie ein von den Fototagen gestalteter Sonderbus die Galerien als Haltestellen anfahren. Die Eintrittskarte der
Ausstellung gilt auch als Busticket für den Bus.
Die Wiesbadener Fototage haben eine rasante Entwicklung hinter sich, seitdem sie im Jahre 2002
mit einer Ausstellung experimenteller Fotografie in zwei Galerien in der Herderstrasse begannen. Es
folgten „polnische Photographie“ im Jahre 2003 und „Afrikanische Photokunst“ im Jahr danach. Mit
dem Thema „Deutschlandbilder“ im Jahre 2005 dehnten sich die Fototage ausgehend vom Karree
um das Herderplätzchen in die ganze Stadt aus. Durch dieses Wachstum und den dadurch
gestiegenen Anspruch wurde auch die Organisation der Veranstaltung immer komplexer und
anspruchsvoller. Um dem Rechnung zu tragen, haben die Organisatoren beschlossen, die Fototage
in Zukunft im Rhythmus von zwei Jahren, also als Biennale, auszurichten. Dies stellt nicht nur mehr
Vorbereitungszeit zur Verfügung, sondern erlaubt es den Fototagen auch, sich mit dem Wiesbadener
Kunstsommer abzuwechseln.
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