Zielsetzung und Charakter der Wiesbadener Fototage
Ziel der Wiesbadener Fototage ist es die Fotografie stärker in das Licht der Öffentlichkeit zu bringen und durch die Präsentation
von professionellen, hochwertigen Fotoarbeiten unter einem Themenschwerpunkt die künstlerische Beschäftigung mit dem
Medium einem breiten Publikum näher zu bringen. Jenseits der allgegenwärtigen Bilderfluten und der kommerziellen Verwertung
des fotografischen Bildes bieten die Wiesbadener Fototage einen Raum, in dem individuelle, kontroverse und spannungsreiche
fotografische Konzepte ihren Platz finden und einer Öffentlichkeit zugänglich werden. Dadurch sollen Auseinandersetzungen mit
künstlerischen Positionen in Gang gesetzt werden. Die Auswahlkriterien für die Beiträge gründen sich auf die Ursprünglichkeit der
Fotografie und ihren immanenten Sichtweisen sowie Entstehungsbedingungen, die weniger vom Markt bestimmt werden, sondern
von der Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen des Mediums und seinen ästhetischen Möglichkeiten.
Die Wiesbadener Fototage suchen den intensiven Kontakt mit dem Publikum und wollen den Zugang zum Medium Fotografie so
direkt wie nur möglich gestalten. Ziel ist es nicht nur das Fachpublikum und Kunstinteressierte zu erreichen, sondern auch die
jüngere Generation. Wir verstehen uns deshalb auch nicht als eine Gruppe von Galeristen, die ihre Verkaufsstrategien optimieren
wollen, sondern als Festival und Diskussionsforum mit nahem Kontakt zu den Künstlern und ihren Arbeiten. Deshalb sind die
Anwesenheit von Ansprechpartnern, Fotografengesprächen und Führungen genauso wichtig wie die Begleitung der
Ausstellungen durch einen Katalog. Vor allem jungen und weniger bekannten Fotografen soll bei den Fototagen ein Forum
geboten werden.
Die Veranstaltungsorte
An den Wiesbadener Fototagen beteiligen sich zahlreiche Galerien, aber die Exponate finden auch Platz in Räumen mit dem
unterschiedlichsten Ambiente. Zentrum der Veranstaltungen ist das Wiesbadener Dichterviertel, aber inzwischen hat sich das
Festival über auf das Stadtgebiet ausgedehnt und die Ausstellungsräume befinden sich entlang der Buslinie 1, die durch das
Stadtgebiet führt.
Projektbeschreibung für 2007
Im Jahr 2007 finden die Wiesbadener Fototage unter dem Motto „EGO - fotografische Entdeckungen zum Ich“ vom 15.
September bis zum 7. Oktober 2007 statt. Gezeigt werden in diesem Kontext Beiträge, die neue Fotografien von Menschen und
deren erkennbare Einbettung in einen biografischen Kontext darstellen. Damit wird auch die Frage nach der Identität des
Einzelnen und dem Menschen-Bild im gesellschaftlichen Zusammenhang aufgeworfen. Der Ausgangspunkt der fotografischen
Arbeiten kann sowohl im künstlerischen als auch im dokumentarischen Bereich und deren Mischformen liegen. Inhaltlich werden
grenzüberschreitende fotografische Positionen erwartet.
Geschichte der Wiesbadener Fototage
Die Wiesbadener Fototage sind ein junges Festival für Fotografie, das sich seit der Auftaktveranstaltung vor fünf Jahren
in einem sehr dynamischen Entwicklungsprozess befindet. Im Jahr 2002 haben zwei benachbarte Galerien, Galerie
Lichtbild und Galerie Pokusa, mit dem Thema "Experimentelle Fotografie" den Grundstein für eine Kunstmeile rund um
die Herderstraße in Wiesbaden gelegt. Am Eröffnungsfest und Symposium haben damals an einem Tag ca. 400
kunstinteressierte Besucher teilgenommen. Wir sind mit der Fotokunst auch "auf die Straße" gegangen mit
Stellwänden wurden zusätzliche Ausstellungsflächen unter freiem Himmel geschaffen. Im Jahr 2003 waren es vier
Galerien in dem Viertel, die "Polnische Fotografie" und die Ergebnisse eines deutsch-polnischen Fotoworkshops
(Riesengebirge/Polen, Juli 2003) einem noch breiteren Publikum präsentiert haben.
Das Jahr 2004 wurde von einer "Begegnung mit Afrika" geprägt. Dabei haben die Wiesbadener Fototage für ihre Idee
weitere wichtige Ausstellungsorte (insgesamt sieben Galerien, u. A. das Wiesbadener frauen museum) hinzu gewonnen.
Die Schirmherrschaft übernahm Entwicklungsministerin Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul. Neben Symposium,
Diabildbeiträgen und Gruppenführungen wurden zum ersten Mal zwei Filme im Schloss Biebrich präsentiert.
Inzwischen haben auch die ersten Schulklassen bereits an Führungen durch die Ausstellung teilgenommen, und die Zahl der
Besucher am Eröffnungstag der jüngsten Fototage (2004) ist bis auf 800 angewachsen.
Im Jahr 2005 konnten 21 ausländische und 17 deutsche Fotografen und Fotografinnen ihre Ansichten zum Thema
„Deutschlandbilder“ fotografisch darstellen. Den Ausstellungsschwerpunkt in diesem Jahr bildete das Landesmuseum
Wiesbaden. Daneben wurden in weiteren neun Galerien „Deutschlandbilder“ präsentiert. Ein ausführliches Rahmenprogramm
u. a. mit entsprechenden Filmen im Kommunalen Kino „Caligari“ war außerdem Bestandteil der Fototage 2005.
In den 4 Ausstellungen wurden Arbeiten von insgesamt neunzig FotografInnen präsentiert.
Die Wiesbadener Fototage wurden von Reinhard Berg (Galerie Lichtbild), dem Mitbegründer des Vereins Photowork e.V.
initiiert. Die Fototage sind dabei, neue Kooperationspartner zu gewinnen und haben neue spannende Themen für
die nächsten Jahre im Fokus.