Konzept der Wiesbadener Fototage
www.wiesbadener-fototage.de
Fotofestival

Zielsetzung und Charakter der Wiesbadener Fototage

Ziel der Wiesbadener Fototage ist es die Fotografie stärker in das Licht der Öffentlichkeit zu bringen und durch die Präsentation
von professionellen, hochwertigen Fotoarbeiten unter einem Themenschwerpunkt die künstlerische Beschäftigung mit dem
Medium einem breiten Publikum näher zu bringen. Jenseits der allgegenwärtigen Bilderfluten und der kommerziellen Verwertung
des fotografischen Bildes bieten die Wiesbadener Fototage einen Raum, in dem individuelle, kontroverse und spannungsreiche
fotografische Konzepte ihren Platz finden und einer Öffentlichkeit zugänglich werden. Dadurch sollen Auseinandersetzungen mit
künstlerischen Positionen in Gang gesetzt werden. Die Auswahlkriterien für die Beiträge gründen sich auf die Ursprünglichkeit der
Fotografie und ihren immanenten Sichtweisen sowie Entstehungsbedingungen, die weniger vom Markt bestimmt werden, sondern
von der Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen des Mediums und seinen ästhetischen Möglichkeiten.
 
Die Wiesbadener Fototage suchen den intensiven Kontakt mit dem Publikum und wollen den Zugang zum Medium Fotografie so
direkt wie nur möglich gestalten. Ziel ist es nicht nur das Fachpublikum und Kunstinteressierte zu erreichen, sondern auch die
jüngere Generation. Wir verstehen uns deshalb auch nicht als eine Gruppe von Galeristen, die ihre Verkaufsstrategien optimieren
wollen, sondern als Festival und Diskussionsforum mit nahem Kontakt zu den Künstlern und ihren Arbeiten. Deshalb sind die
Anwesenheit von Ansprechpartnern, Fotografengesprächen und Führungen genauso wichtig wie die Begleitung der
Ausstellungen durch einen Katalog. Vor allem jungen und weniger bekannten Fotografen soll bei den Fototagen ein Forum
geboten werden.


Die Veranstaltungsorte

An den Wiesbadener Fototagen beteiligen sich zahlreiche Galerien, aber die Exponate finden auch Platz in Räumen mit dem
unterschiedlichsten Ambiente. Zentrum der Veranstaltungen ist das Wiesbadener Dichterviertel, aber inzwischen hat sich das
Festival über auf das Stadtgebiet ausgedehnt und die Ausstellungsräume befinden sich entlang der Buslinie 1, die durch das
Stadtgebiet führt.


Projektbeschreibung 2009

Im Jahr 2009 fanden die Wiesbadener Fototage unter dem Motto „inszenierte Fotografie“ vom 12. bis 27. September statt.
Das Thema der Wiesbadener Fototage 2009 war die erkennbare Inszenierung und Gestaltung von Zeit, Raum und
Figur durch den Fotografen. Im Zentrum des Spiels mit dem Schaffen neuer und disparater Wirklichkeiten stand
der Mensch. Neben den Fotografengesprächen in den Galerien und Workshops im Fotostudio wieder die Zusammenarbeit mit der Filmbühne Caligari, in dem wir unsere Reihe "Fotografie im Film" als erfolgreiche Rahmenprogrammserie der Fototage fortsetzen können.

Ausschließlich am Computer entstandene Composings wurden nicht gezeigt.

Geschichte der Wiesbadener Fototage

Die Wiesbadener Fototage sind ein junges Festival für Fotografie, das sich seit der Auftaktveranstaltung vor sieben Jahren
in einem sehr dynamischen Entwicklungsprozess befindet. Im Jahr 2002 haben zwei benachbarte Galerien, Galerie
Lichtbild und Galerie Pokusa, mit dem Thema "Experimentelle Fotografie" den Grundstein für eine Kunstmeile rund um
die Herderstraße in Wiesbaden gelegt. Am Eröffnungsfest und Symposium haben damals an einem Tag ca. 400
kunstinteressierte Besucher teilgenommen. Wir sind mit der Fotokunst auch "auf die Straße" gegangen – mit
Stellwänden wurden zusätzliche Ausstellungsflächen unter freiem Himmel geschaffen. Im Jahr 2003 waren es vier
Galerien in dem Viertel, die "Polnische Fotografie" und die Ergebnisse eines deutsch-polnischen Fotoworkshops
(Riesengebirge/Polen, Juli 2003) einem noch breiteren Publikum präsentiert haben.
Das Jahr 2004 wurde von einer "Begegnung mit Afrika" geprägt. Dabei haben die Wiesbadener Fototage für ihre Idee
weitere wichtige Ausstellungsorte (insgesamt sieben Galerien, u. A. das Wiesbadener frauen museum) hinzu gewonnen.
Die Schirmherrschaft übernahm Entwicklungsministerin Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul. Neben Symposium,
Diabildbeiträgen und Gruppenführungen wurden zum ersten Mal zwei Filme im Schloss Biebrich präsentiert.
Inzwischen haben auch die ersten Schulklassen bereits an Führungen durch die Ausstellung teilgenommen, und die Zahl der
Besucher am Eröffnungstag der jüngsten Fototage (2004) ist bis auf 800 angewachsen.

Im Jahr 2005 konnten 21 ausländische und 17 deutsche Fotografen und Fotografinnen ihre Ansichten zum Thema
Deutschlandbilder fotografisch darstellen. Den Ausstellungsschwerpunkt in diesem Jahr bildete das Landesmuseum
Wiesbaden. Daneben wurden in weiteren neun Galerien „Deutschlandbilder“ präsentiert. Ein ausführliches Rahmenprogramm
u. a. mit entsprechenden Filmen im Kommunalen Kino „Caligari“ war außerdem Bestandteil der Fototage 2005.

2007 fanden die Wiesbadener Fototage unter dem Motto „EGO - fotografische Positionen zum Ich“ statt.
Gezeigt wurden siebzig fotografische Beiträge, die neue Fotografien von Menschen und deren erkennbare Einbettung in einen biografischen Kontext darstellten. Ergänzt wurde das Festival durch Fotografengespräche in den Galerien.
Erstmals verteilte sich das Festival über die gesamte Stadt Wiesbaden mit 25 Ausstellungsorte.
Alle Ausstellungsorte wurden leicht und bequem durch die Buslinie 1 (Kulturbus) verbunden.

Bis 2011 wurden insgesamt 286 FotografInnen präsentiert.

Die Wiesbadener Fototage wurden von Reinhard Berg, dem Begründer des Vereins Photowork e.V. initiiert. Heute gehören
neben Frank Deubel - Konzeptarbeit für die Fototage, Iris Kaczmarczyk, Ewa Hartmann, Lisa Farkas, Jürgen Kaucher und Mate Haupt zum festen und unersetzlichem Team der Fototage.
Die Fototage sind dabei, neue Kooperationspartner zu gewinnen und haben neue spannende Themen für
die nächsten Jahre im Fokus.